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© 2006 - 2010 Hartmut Obermann
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Südfrankreich 2008 Gorges du Tarn
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Hinweis: Durch einen Klick auf die Bilder werden diese in einem eigenen Fenster im Format 1024*768 geöffnet!
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Am Morgen überrascht uns das, für französische Verhältnisse, opulente Frühstück und die aus unserer Sicht angemessene Rechnung. Für die Halbpension haben wir hier nicht mehr bezahlt, als bei der vorherigen Übernachtung für das Zimmer mit Frühstück und das Essen im Restaurant. So starten wir gegen 09:30 mit guter Laune und dem Vorsatz, das „La Charmeraie“ bei Gelegenheit nochmal zu besuchen. Schade nur, dass es nur ein einziges Gästezimmer gibt, so dass wir nicht mit einer Gruppe hier unterkommen können.
Heute ist der Himmel strahlend blau, so dass uns die Temperatur von nur 8° C nicht stört. Unser erstes Ziel ist die Ruine eines in der Karte eingezeichneten „Chateau de Gozon“, die wir aber nicht entdecken können. Dafür überrascht uns am Ausgang der kleinen Ortschaft Costes-Gozon der Anblick einer lebensgroßen, aus Altmetall zusammengeschweißten Giraffe! Und nicht nur die rostet hier vor sich hin, ein Schrottkünstler hat hier einen ganzen Zoo aufgebaut.
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 Blick zurück auf die kleine Ortschaft Melvieu eine Giraffe aus Altmetall stoppt unseren Vorwärtsdrang
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Aber auch andere Figuren, wie z.B. Asterix und Obelix, sind hier vertreten. Ein gutes halbes Stündchen treiben wir uns hier herum und am Ende bin ich froh, dass wir mit dem Motorrad unterwegs sind, sonst hätte Jutta sicher irgendetwas gefunden, was wir hätten mitnehmen können!
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 auch Asterix, Idefix und Obelix rosten hier vor sich hin
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Ein paar hundert Meter nach dem Ortsausgang von Costes-Gozon zweigt rechts ein schmales Sträßchen zu einem Aussichtspunkt und einem „Cimetière du Haut“ ab. Obwohl der Weg dort hin nur knapp zwei Kilometer lang ist, lohnt weder die Aussicht noch der Friedhof aus der Vorzeit den Abstecher.
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 Blick über das Tal der Tarn, kurz vor St. Rome
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Ein paar hundert Meter nach dem Ortsausgang von Costes-Gozon zweigt rechts ein schmales Sträßchen zu einem Aussichtspunkt und einem „Cimetière du Haut“ ab. Obwohl der Weg dort hin nur knapp zwei Kilometer lang ist, lohnt weder die Aussicht noch der Friedhof aus der Vorzeit den Abstecher.
Die Tarn bekommen wir heute erst zu sehen, als wir auf der D31 von Saint Victor nach Saint Rome fahren. Ähnlich wie gestern bei der Truyère verlaufen die Straßen in diesem Abschnitt der Tarn häufig relativ hoch am Berg und durch dichten Wald, die Blicke, die wir auf den Fluss erhaschen können, sind entsprechend selten. Das Städtchen St. Rome sieht nett und einladend aus, da es aber schon fast 11 Uhr ist und wir bisher nur 35 Kilometer zurückgelegt haben, halten wir uns nicht lange auf sondern streben unserem nächsten Ziel, dem Viaduc de Millau, entgegen.
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Kaum sind wir an dem alten, richtiggehend an die Felswand geklebten, Dörfchen Peyre vorbei gefahren, kommt die riesige Konstruktion der neuen Autobahnbrücke in Sicht. Der Kontrast zwischen der mittelalterlichen Ortschaft und der hypermodernen Brücke könnte krasser nicht sein. Selten hat mich ein modernes Bauwerk so beeindruckt, wie diese ebenso elegante wie gigantische Brückenkonstruktion!
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 die alte, direkt an die Felswand gebaute Ortschaft Peyre liegt fast genau unter dem modernen Viaduc de Millau
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Eine ganze Zeit lang beschäftigt uns, was wohl ein 90jähriger Einwohner von Peyre, der in seiner Jugend die ersten Autos durch die Gegend hat fahren sehen, darüber denkt, dass heute hoch über seinem Kopf täglich tausende Fahrzeuge seine Ortschaft überqueren. Und bei der Fahrt durch Millau stellen wir uns vor, was hier wohl vor ein paar Jahren los war, als all die Autos, die heute bequem über die Brücke fahren, sich auf der einen Seite ins Tal hinunter, durch die Stadt hindurch und auf der anderen Seite wieder aus dem Tal heraus quälen mussten.
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 einer der gigantischen Brückenpfeiler des Viaduc de Millau
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Uns reicht schon das heutige Verkehrsaufkommen, um von einem Stadtbummel Abstand zu nehmen. Zudem ist es inzwischen ziemlich warm geworden, das Thermometer zeigt über 20° C an. Also durchqueren wir die Stadt und fahren auf der D110 zu dem auf der Karte nicht zu übersehenden „Chaos de Montpellier-le-Vieux“ auf der Hochebene der Causse Noir. In einer der Kehren den Berg hinauf eröffnet sich endlich ein Blick auf alle sieben Stützpfeiler des Viaduc de Millau, noch dazu mit der Stadt im Vordergrund. Alleine dafür lohnt dieser Abstecher!
 Blick über Millau auf das Viaduc de Millau
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 Blick auf einen Teil des “Chaos de Montpellier-le-Vieux”
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Auch die Fahrt durch den Forêt du Causse macht Spaß, auch wenn wir wegen unerwarteter Bodenwellen ab und zu etwas abheben. Als „Chaos de Montpellier-le-Vieux“ wird eine Ansammlung von bizarr geformten Felsen bezeichnet, die durch Erosion des hier vorherrschenden Dolomitgesteins entstanden ist. 10,60 € will uns eine recht unfreundliche Dame in einem Kassenhäuschen fürs Parken und die Besichtigung abknöpfen! Entsprechend schnell schwindet unser Interesse an dem Naturschauspiel und wir machen uns wieder auf den Weg.
Als wir wenig später links Richtung Peyreleau abbiegen wollen, stoppt uns ein entgegenkommender Motorrad- fahrer, dessen BMW ein spanisches Nummernschild trägt. Der Spanier erklärt uns Deutschen in französischer Sprache, dass die Brücke über den Jontenach le Rozier wegen einer Veranstaltung gesperrt ist - wenigstens verstehe ich ihn so. Nach einem kurzen Blick aufs GPS biegen wir statt nach links zunächst nach rechts ab und fahren über Vessac nach Veyreau. Von dort aus geht es über ein sehr schmales Sträßchen und durch abenteuerliche Spitzkehren hinunter in die Schlucht, die der Jonte hier in Millionen von Jahren in die Landschaft gefräst hat.
Kaum zu glauben, dass wir vor einer Stunde noch durch eine Landschaft gefahren sind, die wie ein deutsches Mittelgebirge aussieht. Jetzt befinden wir uns plötzlich mitten in einem Canyon und nichts erinnert mehr an den Schwarzwald oder die Eifel. In le Rozier angekommen stellen wir fest, dass ich den Spanier missverstanden habe. Nicht die Brücke über den Jonte ist gesperrt, sondern die Ortsdurchfahrt durch le Rozier selbst. Die beiden freundlichen Flicks , die uns die Durchfahrt verwehren, erklären uns, dass die Sperrung in einer halben Stunde aufgehoben wird. Also warten wir geduldig und lassen uns die Sonne auf den Pelz scheinen.
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 Blick in die Gorges de la Jonte
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Dabei wird uns bewusst, wie warm es heute gegenüber den letzten Tagen geworden ist. Wir schätzen die Temperatur in der Sonne weit über 20 Grad. Den warmen Pullover haben wir schon längst ausgezogen und das Winterfutter aus den Motorradhosen geknöpft. Trotzdem steht uns der Sinn nach Abkühlung und unser Blick geht sehnsüchtig hinunter zur Tarn, die sie uns sicher liefern könnte. Ein verlassener Anlegeplatz für Kanus und Schlauchboote bietet uns die Gelegenheit, die wir sofort beim Schopf packen.
Zwar ist die Abfahrt von der Straße hinunter zum Fluss ziemlich grob geschottert und recht steil, trotzdem ist die RT schnell bis fast ans Ufer bugsiert. Da der Platz von der Straße aus nicht zu sehen ist, ziehen wir einfach die Stiefel, Strümpfe Motorradhosen aus und Planschen im eiskalten Wasser.
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 obwohl das Wasser der Tarn so kalt wie klar ist, macht das Planschen darin sehr viel Spaß!
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Nach einer ausgiebigen und sehr erfrischenden Pause geht es weiter durch die Gorges du Tarn. Praktisch hinter jeder Kurve, und davon gibt es unzählige auf der Strecke, erwartet uns ein neues Naturwunder und schreit nach einem Fotostopp. Die folgenden Bilder entstanden auf einer Strecke von nicht einmal fünf Kilometern!
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Ein paar Kilometer weiter, bei La Malène, locken uns zehn, in der Michelin-Karte als besonders eng gekenn- zeichnete, Spitzkehren aus dem Tal heraus auf die Höhe. Da lacht das Herz des Bikers … und ich lache über das verkniffene Gesicht des Autofahrers, der uns in einer der Kehren, das Lenkrad fest umklammert und die Nase fast an der Scheibe, entgegen kommt!
Da wir der Tarn weiter folgen wollen, fahren wir die Kehren gleich wieder runter und über die malerische kleine Brücke über den Fluss. Ein paar Kilometer weiter „zwingt“ mich das “Chateau de la Caze” schon wieder zu einem Fotostopp. Kurzfristig überlegen wir, ob wir in dem zum Hotel umgebauten Gemäuer übernachten sollten, aber das würde unsere Reisekasse wohl doch zu sehr belasten.
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die Spitzkehren bei La Malène haben es in sich!
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das “Chateau de la Caze”, ein verwunschenes Schloss
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 links: die Zufahrt zu der idyllisch gelegenen Ortschaft St. Chély ist nicht ganz einfach
Wir bekommen ein Zimmer, allerdings nicht im Hauptgebäude. Wie wir feststellen, gehören wohl fast alle Häuser von St. Chély zu der Auberge und enthalten jeweils ein paar Zimmer unterschiedlicher Kategorien. Wir kommen in einem alten Steinhaus unter, dem man von außen auf jeden Fall nicht ansieht, dass man hier eine gemütliche Übernachtungsmöglichkeit findet. Die Idee, die alte Ortschaft auf diese Art zu renovieren und am Leben zu erhalten finden wir auf jeden Fall gut!
Als wir geduscht und erfrischt zu einem Spaziergang starten sehen wir, warum hier so viel los ist. Die Trophée Historique des Régions de France hat den Ort als Anlaufpunkt auserkoren. Auf dem Parkplatz wimmelt es inzwischen von wunderschönen alten Autos. Und auf der Zufahrt zu der Ortschaft ist die Hölle los. Rallyeautos, die in die Ortschaft rein und solche die, nachdem sie ihren Zeitstempel bekommen haben, wieder hinaus wollen, behindern sich gegenseitig. Für ein solches Verkehrsaufkommen sind der enge Tunnel und die schmale Brücke nicht gebaut.
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Nur wenig später, wir kommen gerade aus einem, ausnahmsweise mit einer Ampel geregelten, Tunnel, sehen wir rechts im Tal die idyllisch gelegene Ortschaft und entschließen uns, sie uns näher anzuschauen. Die Zufahrt nach St. Chély führt zunächst durch einen weiteren Tunnel und dann über eine schmale Brücke. Wir kommen vor der Auberge de la Cascade zum stehen und beschließen spontan, hier zu übernachten … falls wir noch ein Zimmer bekommen. Auf dem Parkplatz vor dem Hotel ist nämlich erstaunlich viel los.
 fast jedes Haus in St. Chély gehört zur “Auberge”
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Brücke und Tunnel sind nicht für Gegenverkehr gemacht!
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die Trophèe-Teilnehmer kurz vor der Weiterfahrt
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Austin Healey - egal ob offen ...
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... oder geschlossen - ein tolles Auto!
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 egal von welcher Seite man es betrachtet, St. Chély liegt extrem idyllisch zwischen den Felsen und der Tarn
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Nachdem wir die Autos gebührend bewundert und ihren Sound genossen haben, gehen wir noch ein bisschen spazieren und genießen das herrliche Wetter und die tolle Landschaft. Bevor wir zum Abendessen gehen schreibe ich noch schnell die Daten der heutigen Tour auf uns stelle fest, dass wir in knapp sechseinhalb Stunden nur 154 Kilometer weit gekommen sind und der Schnitt bei nicht mal 45 km/h lag. Typisch für eine Sightseeingtour mit vielen Fotostopps, aber trotz der wenigen Kilometer absolut nicht langweilig!
Das mit Hausgästen voll besetzte Restaurant bietet einen heftigen Kontrast zu gestern, wo wir die einzigen Gäste waren und wie Freunde in einem Wohnzimmer bewirtet wurden. Aber die Bedienung ist sehr freundlich und das Essen gut und der Rotwein hervorragend. Mit der Chefin unterhalten wir uns länger, wobei sie vergeblich versucht unser sehr rudimentäres französisch etwas zu verbessern. Nach unserem obligatorischen Verdauungsspaziergang durch das nur spärlich beleuchtete Dorf hauen wir uns todmüde aufs Ohr.
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