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Südfrankreich 2008
Tarn & Cevennen

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Als wir aufwachen scheint die Sonne von einem strahlend blauen Himmel … allerdings noch nicht bis in das enge Tal der Tarn hinein. Entsprechend kalt ist es hier noch, und vom Fluss her ziehen leichte Nebelschwaden durchs Dorf. Wie so oft sind wir um 8 Uhr die ersten beim Frühstück, über dessen Umfang man hier nicht meckern kann. Pünktlich um 9 Uhr steigen wir aufs Motorrad und fahren los, zunächst im Tal der Tarn entlang nach Saint Enimie. Hier überqueren wir den Fluss und fahren auf der D986 hinauf zum „Panorama de St. Chély du Tarn“ und werfen aus 840 Meter Höhe einen unvergesslichen Blick auf unsere letzte Herberge, die 400 Meter tiefer im Tal und immer noch im Schatten liegt.

Kurz darauf passieren wir den 900 Meter hohen Col de Coperlac und biegen rechts auf die D16 Richtung Westen ab. Ein Stück nach dem 946 Meter hohen Col de Rieisse lockt uns ein Wegweiser mit dem Versprechen eines atemberaubenden Panoramas zum Roc des Hourtous. Dort angekommen stellen wir fest, dass der Zugang zur Panoramaterrasse nur über einen gebührenpflichtigen Parkplatz und ein Restaurant möglich ist. Da das Restaurant erst um 10 Uhr öffnet und der Zugang jetzt noch mit einer Kette und jeder Menge Verbotsschildern abgesperrt ist, fahren wir gleich wieder. Ein paar Kilometer weiter, kurz bevor uns einige Spitzkehren wieder ins Tal hinunter führen, bietet sich doch noch die Gelegenheit für einen Blick in die Gorges du Tarn.

„Panorama de St. Chély du Tarn“

Blick in die noch leicht diesige Tarn-Schlucht

„Panorama de St. Chély du Tarn“

Blick in die noch leicht diesige Tarn-Schlucht

uf welchem Weg kommt man zu diesem Haus!?

Im Tal angekommen fahren wir wieder rechts Richtung Osten. Da wir diesen Streckenabschnitt schon von gestern kennen und nicht ständig Fotostopps einlegen, kommen wir diesmal wesentlich schneller voran. Erst ein kleines Dorf, das sich auf der anderen Seite des Flusses zwischen das Ufer der Tarn und die Felsen quetscht, bremst unseren Vorwärtsdrang und lässt uns rätseln, wie man da wohl hin kommt.

Heute herrscht auf der D907 durch die Gorges du Tarn etwas mehr Verkehr als gestern, vor allem sind wesentlich mehr Motorradfahrer unterwegs. Das liegt wohl daran, dass heute Sonntag ist. Erst als wir kurz vor Florac die N106 erreichen, wird der Verkehr etwas dichter. Bei einem Tankstopp in Florac zeigt ein Blick auf die Karte, dass es hier noch viele kleine und kurvige Straßen zu erkunden gibt und wir damit einen Grund haben, auf jeden Fall hier nochmal her zu kommen. Jetzt wollen wir aber erst mal auf die Corniche des Cévennes unter die Räder nehmen.

und wieder stellt sich die Frage: auf welchem Weg kommt man zu diesem Haus!?

Im Gegensatz zu den meist schmalen Sträßchen, auf denen wir in den letzten Tagen unterwegs waren, ist die Corniche des Cévennes zwischen Florac und Saint Jean du Gard fast durchgehend recht breit und sehr gut ausgebaut. Das animiert natürlich dazu, mal etwas heftiger am Gas zu drehen, was vor allem die einheimischen Motorradfahrer hier auch gerne tun. Wir lassen es etwas gemütlicher angehen und genießen die herrlichen Panoramablicke über die Cevennen, die sich an vielen Stellen bieten.

Trotzdem sind wir schneller als gedacht in Saint Jean-du-Gard und legen erst mal eine Kaffeepause ein. In dem Städtchen ist relativ viel los, so dass wir froh sind einen Platz in einem Cafe zu ergattern. Inzwischen ist es wieder recht warm und wir sind froh, dass wir die dicken Pullover schon bei einem Halt auf der Corniche ausgezogen haben. Da wir aber in den Motorradklamotten trotzdem schwitzen, sitzen wir bald wieder auf der RT und fahren in die Berge. Durch das zum Teil recht enge Tal des Gardon de Mialet geht es zunächst bis nach Saint Étienne-Vallée-Francaise.

herrlicher Panoramablick über die Cevennen

Blick in die Gardon de Mialet

herrlicher Panoramablick über die Cevennen

Blick in die Gardon de Mialet

ein schöner Platz für eine Pause: Col de Pendédis

Kurz nach der kleinen Ortschaft schickt uns das GPS links auf ein winziges Nebensträßchen, das nach knapp drei Kilometern in einen recht üblen Feldweg mündet. Wie sich bei der Auswertung des Tracks am heimischen Computer herausstellt, ist die “Straße” im Karten- material falsch deklariert. Elektronischen Karten darf man eben auch nicht blind vertrauen.

Alleine oder ohne Gepäck hätte ich das der RT locker zugetraut, aber zu zweit und mit Urlaubsgepäck drehen wir lieber um und fahren zurück zur D984, die eng und kurvenreich nach Saint Germain-de-Calberte hinauf führt. Unser Ziel ist der 666 Meter hohe Col de Pendédis, auf dem wir unsere Mittagspause einlegen und die herrliche Aussicht über die Cevennen genießen!

Unsere Tourenplanung würde uns von hier aus eigentlich wieder Richtung Süden führen, aber wir sind uns einig, dass nach den tollen Unterkünften und den herrlichen Landschaften der letzten beiden Tage eigentlich nichts mehr Besseres kommen kann. Also entschließen wir uns, von hier aus „direkt“ nach La Grange zurück zu fahren … aber natürlich auf Nebensträßchen. Und da die Gorges de l´Ardeche eigentlich schon fast „auf dem Weg“ liegen, wollen wir sie natürlich auch noch gleich „mitnehmen“. Aber zunächst geht es das schmale Passsträßchen hinunter zur N106 und auf dieser recht flott bis nach la Grand-Combe. Von hier aus schlagen wir uns auf Nebenstraßen zunächst zu dem netten kleinen Städtchen Saint Ambroix und von dort aus, vorbei an Weinbergen, Olivenbäumen und romantischen kleinen Ortschaften, nach Vallon-Pont-d´Arc durch.

links: die Kapelle von St. Ambroix

ein schöner Platz für eine Pause, der Col de Pendédis

die Kapelle von St. Ambroix

Weinberge in Rhone-Tal

OIivenbäume in Rhone-Tal

Weinberge und Olivenbäume sind im südlichen Rhone-Tal häufig zu anzutreffen

Die Gorges de l´Ardeche sind wir schon mehrfach gefahren, aber heute machen sie irgendwie keinen besonderen Spaß. Das liegt vor allem daran dass hier, im Gegensatz zu den Strecken auf denen wir in den letzten Tagen unterwegs waren, ziemlich viel los ist. Reisebusse, Fahrradfahrer, Autos und dazwischen jede Menge Motorräder … das nervt! Zudem kommt uns die Schlucht, die landschaftlich eigentlich sehr schön ist, im Gegensatz zur Tarn-Schlucht, durch die wir am Morgen noch gefahren sind, viel weniger spektakulär vor. Da es schon 17 Uhr ist und wir immer noch gut 100 Kilometer bis La Grange vor uns haben, verlassen wir die Ardeche noch vor Saint Martin, überqueren bei Pierrelatte die Rhône und fahren über Straßen, die uns fast schon heimatlich vorkommen, dem Vercors entgegen.

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